BIID - DACH
    Informationen für BIID-Betroffene, Angehörige, Ärzte und Therapeuten
 
Home
 
Infos für Betroffene
 
Infos für Angehörige
 
Infos für Ärzte
und Therapeuten
 
Zum Forum
 
Studien
 
Kontakt
 
Impressum
 
Disclaimer
 
 
    
Was ist "Body Integrity Identity Disorder“ (BIID)?


BIID ist das tiefe Empfinden einer Person, dass sich bestimmte Körperteile oder Körperfunktionen fremd anfühlen oder nicht zur eigenen Person gehören. Es kommt zu einer Deckungsungleichheit zwischen innerem gefühlten Körperbild und äußerem tatsächlichen Körperbild. Dieser Unterschied im gefühlten Körperbild und der Realität erzeugt bei uns Betroffenen einen hohen Leidensdruck, welcher sich als Amputationswunsch der „fremden“ Extremität oder als Lähmungswunsch äußert. In seltenen Fällen können auch Formen auftreten, bei denen Betroffene das Gefühl haben, dass der eigene Körper eigentlich blind oder gehörlos sein sollte. Vornehmlich sind aber die Beine betroffen, die sich „fremd“ anfühlen. Und so wünschen wir uns nichts sehnlicher, als diesen veränderten Körper zu erlangen, um dem ständigen Leidensdruck zu entkommen.
„Body Integrity Identity Disorder“ bedeutet wörtlich übersetzt: Körper-Integritäts-Identitäts-Störung. Mit „Integrität“ ist hier die Vollständigkeit des Körpers und seiner Funktionen gemeint. Identität bezieht sich darauf, dass wir Betroffenen uns nicht mit dem meist intakten Körper, in dem wir leben, identifizieren können. Meist haben wir das mentale Bild einer Behinderung des eigenen Körpers in unserem Kopf. Der einzig mögliche Vergleich ist der zu Transidenten, d.h. zu Menschen, die das Gefühl haben, dass ihr wirkliches, äußeres und ihr inneres, mentales Geschlecht nicht zusammenpassen. Viele Transidente streben daher eine Geschlechtsumwandlung an. Ebenso versuchen BIID- Betroffene eine Operation zu bekommen, um den äußeren Körper in Einklang mit dem inneren Körperbild zu bringen.

Das „DACH“ in dieser Internetseite www.biid-dach.org steht für das Dach, das wir uns als freie und anonyme Selbsthilfegruppe geben, aber auch für die deutschsprachigen Länder (D – A – CH), für die wir dieses Informations- und Mitmachangebot bereitstellen.

Das "BIID-DACH" ist eine Selbsthilfe von Betroffenen. Wir verstehen "BIID", denn wir kennen es von innen. Hier findest Du als Betroffener echtes Verständnis, echte persönliche Erfahrungen und Unterstützung.

"BIID" ist keine Psychose, die Betroffenen sind also nicht verrückt. Unzählige Studien haben weltweit gezeigt, dass psychische Erkrankungen hier nicht öfter vorkommen als im Durchschnitt der Bevölkerung. Die meisten leben unauffällig in normalen Umständen, haben einen Partner und Freunde, gehen arbeiten und zahlen Steuern. Eine rationale Erklärung, woher der Wunsch nach einer Behinderung kommt, konnte bislang noch niemand abgeben. Für die Betroffenen selbst ist dieser Drang erstaunlich, viele reagieren besonders am Anfang angstvoll und verunsichert. Fakt ist, dass sich niemand diese Störung ausgesucht hat. Niemand kann etwas dafür. Der Leidensdruck durch die Unzufriedenheit damit, in einem als unpassend empfundenen Körper leben zu müssen, kann aber immens sein. Bei den meisten ist der Drang so schamhaft besetzt, dass mit niemandem darüber geredet werden kann, was weiteren Leidensdruck erzeugt.

Parallel zu diesen Seiten der Selbsthilfegruppe, gibt es einen Verband, der sich für unsere Interessen einsetzt: Der „Verein zur Förderung von Studien über Körperidentitätsstörungen“ (www.vfsk.eu) setzt sich für die Rechte der BIID-Betroffenen ein, fördert wissenschaftliche Studien und versucht langfristig Therapieoptionen aufzuzeigen, welche auch die Diskussion über identitätsangleichende Operationen beinhaltet. In dem Verband sind sowohl Wissenschaftler wie auch Betroffene, Angehörige und andere interessierte Personen Mitglied. Aus der Vereinszugehörigkeit ist also nicht zu erkennen, ob jemand zu den Betroffenen gehört. Je mehr Mitglieder dieser Verband hat, um so eher können unsere Interessen auf politischer Ebene durchgesetzt werden.